Basteln mit blinden Kindern

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Einleitung[Bearbeiten]

Basteln ist ein essenzieller Entwicklungsschritt für Kinder. Sie erlangen vielfältige feinmotorische Fähigkeiten. Gleichzeitig stellt das Basteln selbst aber auch große Barrieren für blinde oder stark sehbehinderte Kinder dar. Da diese Tätigkeit in erster Linie ein Vehikel zum Erlernen anderer komplexerer Arbeiten ist, stellt sich auch die Frage, ob blinde Kinder unbedingt das gleiche Basteln müssen wie andere Kinder auch.

Fehlende Grundvoraussetzungen[Bearbeiten]

Da blinde Menschen weder eine Linie oder Bilder wirklich gut zeichnen bzw. malen können, fällt schon einmal das gesamte Malen weg. Sicher gibt es Möglichkeiten, damit auch blinde Kinder etwas malen können, aber die damit verbundenen Erfahrungen und Fähigkeiten kann man schlicht blind nicht erlangen.

Zum Basteln ist es aber sehr wichtig, Linien folgen zu können (Schneiden, Kleben und Falten). Kurz: einem blinden Kind fehlen physisch viele Möglichkeiten, die zum Basteln benötigt werden.

Hier sollen ein paar mögliche Lösungen und Alternativen aufgezeigt werden. Grundlagen zum Zeichnen und Erfühlen von Bildern erklärt die Seite Blind ein Bild betrachten.

Ausschneiden von Figuren und Formen[Bearbeiten]

  • Man kann entweder mit einem Schnittmusterrad von der Rückseite her die Figur oder die Form in das Bild spiegelverkehrt einprägen. Das Kind kann dann direkt auf der Linie schneiden üben. Nachteil: Sie müssen jedes Bild einzeln wie beschrieben vorbereiten.
  • Es gibt auch die Möglichkeit, die Figur oder Form aus dickerem Papier (Tonpapier oder dünne Pappe) auszuschneiden und auf das Bild zu kleben. Diese Schablone kann (wenn nicht zerschnitten) mehrmals verwendet werden. Zu dick sollte die Schablone nicht sein, weil es sonst nicht möglich ist, in sie hineinzuschneiden - und das zu verhindern, soll ja u.a. trainiert werden.
  • Sie können einen dickeren Faden auf das Bild kleben und damit die Linien für den Schnitt darstellen.

Kleben[Bearbeiten]

Der Nachteil beim Kleben besteht für blinde Menschen darin, dass die Finger schnell mit verklebt werden und neben den eigentlichen Klebestellen weitere Klebereste sichtbar bleiben. Die Präzision ist hier sicher begrenzt. Welcher Klebstoff und welche Tube/Roller/Stift sich am besten eignet, sollte individuell erprobt werden. Eine Möglichkeit beim Verkleben von festeren Materialien besteht auch in der Verwendung von Heißklebepistolen mit niedriger Temperatur. Dadurch erspart man sich Verbrennungen - heiß für die Finger bleibt es allemal.

Eine Lösung zum Aufkleben von Teilen eines Bildes könnte die Verwendung von in dünnen Streifen geschnittenes Doppelseitiges Klebeband sein. man kann sich besser auf die Platzierung des Klebers konzentrieren.

Gute Alternativen[Bearbeiten]

Einige Bereiche des Bastelns lassen sich recht gut blind anwenden:

  • Arbeiten mit Ton oder Knetmasse.
  • Feilen, Schleifen oder sägen von Holz, Gips, Styropor. Die Werkstoffe und Werkzeuge sind recht gefahrlos benutzbar und der aktuelle Arbeitsstand kann immer gut ertastet werden. Sägen, raspeln etc. haben zwar immer eine Verletzungsgefahr, aber diese sollte sich durch das gewohnt vorsichtige Tasten ausgleichen.
  • Auch Schrauben und Nägel können analog zu anderen Kindern verwendet werden. Nein, man haut sich nicht ständig auf die Finger, weil man den Nagel nicht sieht. Eine Hand muss den Nagel allerdings ständig berühren/festhalten.

Grenzen und Ziele[Bearbeiten]

Man sollte nicht vergessen, dass beim Basteln vor allem die Entwicklung von Fähigkeiten im Vordergrund steht. Auch ein verunglücktes oder improvisiertes Bild kann diesen Zweck gut erfüllen. Konkurrenzfähig mit Kindern ohne Seheinschränkung wird man wohl nie werden können.