Beschriften oder Markieren von Gegenständen

Aus besondere tipps
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Am ärgerlichsten für blinde Menschen ist sicher die fehlende Möglichkeit Gegenstände, die sich gleich anfühlen, eindeutig zuzuordnen. War das nun Milch oder Grapefruitsaft? Ist das die schöne rote Hose oder die abgenutzte weiße?

Es gibt zum Glück eine Reihe von Beschriftungs- und Markierungssystemen. Welches in Frage kommt, hängt stark von einzelnen ab:

  • Beschriften mit Markierungspunkten, Knöpfen oder anderen taktilen Merkmalen: Bei Gegenständen, die nicht in mengen vorhanden sind oder verbraucht werden, kann man Knöpfe annähen, Markierungspunkte aufkleben oder was zur Hand und sinnvoll ist. Auf gleiche Weise kann man am Herd oder anderen Geräten Schalterstellungen markieren. Ein guter Tipp sind z.B. Schmuckperlen, die eine gute taktile Markierung auf kleinem Raum bieten und auch noch hübsch aussehen. An Kleidungsstücken kann man an unsichtbaren Stellen markante Knöpfe annähen und somit die Stücke eindeutig kennzeichnen. Es gibt aufklebbare Markierungspunkte im Hilfsmittelhandel.
  • Markieren über digitale Etiketten: Es gibt RFID oder Strichcode-Etiketten, die man am Gegenstand anbringt und in einem Leser das Etikett mit einem sinnvollen Namen verknüpft. Es gibt auch waschfeste Etiketten um Kleidungsstücke zu markieren. Ein RFID-System der Firma Dräger & Lienert bietet die Möglichkeit sog. Sets zusammenzustellen. Damit kann man z.B. alle roten Kleidungstücke zusammenfassen, die gemeinsam gewaschen werden dürfen. Der Penfriend ist eine günstige Lösung die über Strichcodes arbeitet. Allerdings ist hier die Menge der unterschiedlichen Etiketten begrenzt - man kann nur etwa 10.000 Etiketten verwenden, bis der sog. ID-Bereich aufgebraucht ist. Für alle diese Lösungen ist der Leser notwendig, um das Etikett vorzulesen, denn es ist alleine nur eine eindeutige Zahl. Wehe, die digitalen Informationen gehen verloren!
  • Beschriftung in Punktschrift: Wer Punktschrift kann und eine spezielle Dymoband-Prägezange hat, kann sich gut haftende Beschriftungen erstellen und anbringen. Dies ist sicher eine der flexibelsten Möglichkeiten. Leider bietet die Zange nicht den Vollen Zeichenumfang des Braille-Systems. Einige Leute erstellen die Dymobänder mit einer Stenomaschine, aber diese Lösung ist etwas unhandlich, weil das Band nicht so leicht zum aufkleben abgezogen werden kann. Siehe auch Blindenschrift und die verschiedenen Regelwerke
  • Lebensmittel können mit einem speziellen Barcoode-Leser wie dem Einkaufsfuchs oder anderen Scannern erkannt und damit Saft von der Milch getrennt werden.
  • Moderne Smartphones ermöglichen
    • Barcode-Lesen per Foto und zuordnen zu Datenbanken
    • RFID-Lesen (z.B. Nexus Android Smartphones)
    • Farberkennung mittels Kamera (macht Markierung evtl. unnötig)