Blind fernsehen oder einen Film schauen

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Viele Leute glauben, blinde Menschen würden zum Fernsehen ein Gerät ohne Bildschirm verwenden. Das wäre zwar möglich, macht aber eigentlich niemand - und solche Geräte gibt es kaum.

Allerdings stellt sich die Frage, wie man blind alle relevanten Inhalte eines Films mitbekommt. Das Stichwort heißt hier Audiodeskription[1]. Im Kern versucht man dabei, einen zusätzlichen akustischen Kommentar so zu platzieren, dass er die Dialoge des Films oder der Sendung nicht stört und rechtzeitig wichtige Informationen an den blinden Zuhörer weitergibt. Es ist recht anstrengend einen Film mit Audiodeskription zu hören, weil hier sehr viele Informationen verarbeitet werden müssen.

Die öffentlichen Kanäle strahlen regelmäßig Tatortfolgen aus, die mit Audiodeskription versehen wurden. Dafür muss man einen Fernseher bzw. Receiver mit Zweikanalton verwenden und es gibt weitere technische Bedingungen, die erfüllt sein müssen.

Es gibt Bestrebungen, Audiodeskriptionen über ein Handy zu beziehen, wobei die App anhand der Geräusche des Originalfilms erkennen soll, welcher Film läuft und an welcher Stelle er sich befindet und dann die richtige Stelle des Audiokommentars anspringt. Weiterhin gab es Angebote im Web mit Filmen, deren Tonspur bereits um Audiodeskription angereichert wurde - allerdings waren diese englischsprachig.

Es gibt Magazine, in denen die Sendetermine mit Audiodeskription aufgelistet sind.

Besonders problematisch sind Kinofilme, in denen lange Dialoge in anderen Sprachen mit Untertiteln laufen, weil diese beim Vorlesen den Originalton überlagern müssten.

Das Stichwort für Filme mit Audiodeskription heißt Hörfilm.

Fernseher mit sprechender Menüführung gibt (gab?) es von Panasonic.