Blind nassrasieren

Aus besondere tipps
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dies ist nur ein Entwurf.

Die überschriften und Inhalte sollen Gedankenstützen und Stichpunkte für Ergänzungen sein.

Falls Sie helfen können, Inhalte zu ergänzen, würden wir uns darüber sehr freuen.


Vorbemerkung[Bearbeiten]

Es handelt sich hier um einen dieser banalen Tipps, bei dem es für einige um eine ganz normale Alltagstätigkeit geht, während neu erblindete Männer oder unerfahrene sich vielleicht nie vorstellen können, das man sich blind wirklich nass rasieren kann, ohne die nächste Klinik aufsuchen zu müssen.

Kurz: Wenn sie sich bereits blind nass rasieren, oder sich nicht dafür interessieren, dann lernen Sie wohl hier nichts Neues. Falls Sie aber das ganze gerne mal ausprobieren möchten, oder meinen, dass sie nun im Dunkeln darauf verzichten müssen, dann kann diese Seite Ihnen vielleicht helfen.

Immerhin ist der Verlust der Selbständigkeit im Alltag eine der größten Einschränkungen bei einer Erblindung und um so wichtiger ist es, dass alltägliche dinge eigenständig und mit Vergnügen bewältigt werden können.

Eigentlich ist fast alles gleich[Bearbeiten]

Große Unterschiede zur Nassrasur mit Augenlicht gibt es nicht. OK, ein Spiegel erübrigt sich und das Ergebnis muss mit der Hand kontrolliert werden. Ein Gutes Forum zum Thema Rasur, das auch recht gut zugänglich ist findet man hier: http://www.gut-rasiert.de/

Kurz: Die Technik muss man in jedem Fall und unabhängig von Sehbehinderung oder Blindheit üben. Wir wollen hier nicht die ganzen Threads und Einführungen aus dem o.g. Forum (und vielen anderen Seiten) wiederholen. Hier sollen die Besonderheiten für blinde Menschen zusammengefasst werden. Wenn Sie also nicht wissen, wovon hier die Rede ist, dann wäre eine Lektüre von Foren etc. hilfreich.

Die zentrale Botschaft ist, dass alle Spielarten der nassrasur für blinde Menschen zugänglich sind und es keinen Grund gibt sich auf bestimmte werkzeuge zu beschränken oder gar die Rasur von einer anderen Person durchführen zu lassen.

Grundlagen[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

  • Als Anfänger sollte man wohl am besten sog. Systemrasierer benutzen, weil Hobel oder gar Rasiermesser denn doch deutlich höhere Verletzungsgefahren bergen.
  • Im Zweifel sollte man die Seife direkt im Gesicht aufschäumen oder einen sog. mug dafür benutzen. alternativ kann Rasiercreme einfacher in der Handhabung sein.
  • Die Klingen für Shavette, Hobel und Systemrasierer sollte man am besten nur an den kurzen Seiten anfassen, um Schnitte zu vermeiden. Mit Vorsicht und Feingefühl sollte es aber hier zu keinen größeren Problemen kommen.

Rasieren mit dem Systemrasierer[Bearbeiten]

  • Bei Systemrasierern kann man die Richtung der Klingen durch leichtes Überstreichen mit den Fingern ertasten, ohne sich gleich zu schneiden.
  • die Reinigung ist evtl. etwas schwierig, weil man die verstopften Haare ertasten und irgendwie herausbekommen muss.
  • Das Aufnehmen einer Klinge aus einem Klingenhalter ist evtl. etwas fummelig. Hier kann man oft die Klingen zuerst vorsichtig mit den Fingern herausnehmen um sie genauer an den Griff zu bekommen. Das hängt vom mechanischen System ab und ist letztlich nur eine Frage der Technik.

Rasieren mit dem Hobel[Bearbeiten]

Ein Hobel Spannt eine Klinge mit Schneiden auf beiden Seiten (also eine Doppelklinge) in einem Kopf ein, der wie ein T auf einem Griff montiert ist. Die Klingen erinnern ein wenig an die Plastikstreifen, die man bei einem Schnellheftstreifen oben auf das Papier legt. Die Längsseiten sind scharf, die kurzen nicht. Sie haben drei Löcher in über die Länge verteilt, durch die sie in einer bestimmten Position im Hobelkopf einrasten. Beim zerlegen und Zusammenbauen des Hobels sollte man stets die scharfen kannten meiden und die Teile an den kurzen Seiten anfassen. Die Schneide der Klingen kann vorsichtig berührt werden, ohne sich gleich zu verletzen. Allerdings darf man den Finger dann nicht entlang der Schneide bewegen. Durch vorsichtiges Tasten quer zur Klinge kann man auch verstellbare Hobel auf die gewünschte Aggressivität einstellen. Hobelklingen sind genormt, sodass man normalerweise hier nicht auf bestimmte Typen achten muss.

Bei der Lagerung sollte man die Hobel möglichst so aufbewahren, dass man sich beim Zugriff nicht versehentlich schneidet.

Rasieren mit der Shavette[Bearbeiten]

Eine Shavette ist ein sog. Wechselklingenmesser. Dabei wird eine Halbe Hobelklinge eingeklemmt, sodass sie nur etwa einen Millimeter mit der Schneide aus dem Halter herausragt. Das Einlegen der Klinge ist recht fummelig. Nach dem öffnen der Metallklammer, die den Halter selbst zusammenhält, kann man beide Seiten mit einem Fingernagel leicht auseinander biegen, sodass die Löcher auf der einen Seite von den Nasen auf der anderen Seite gelöst werden - beide Seiten können nun wie eine Schere auseinander geklappt werden. Ich sorge nun dafür, dass die Seite mit den Nasen unten ist und die gegenüberliegende Platte in Richtung der Schneide weggeklappt ist. Die Klinge kann nun unten aufgelegt und an die Nasen mit den Löchern angelegt werden. Schiebt man die Seite mit den Löchern nun zurück wird die Klinge gegen die Nasen geschoben und verrutscht daher nicht. So liegt die Klinge am ende immer noch in der gewünschten Position. Schiebt man von der anderen Seite, rutscht die Klinge aus dem Halter. Man spürt, wenn die Teile einrasten.

Bevor die Verriegelung geschlossen wird, sollte man vorsichtig mit den Fingern prüfen, ob die Klinge gerade eingelegt und festgeklemmt ist.

Die Rasur erfolgt wie bei Hobel und Systemklinge stets quer zur Klinge (niemals in Längsrichtung). Schnitte haben hier eher mit mangelnder Übung als mit Blindheit zu tun. Nach Gebrauch

Rasieren mit einem Rasiermesser[Bearbeiten]

Ein Rasiermesser ist bei der Rasur selbst wie eine Shavette zu handhaben. Allerdings gibt es hier folgende Hürden:

  • Das Messer darf niemals einen Harten Gegenstand berühren - z.B. Wasserhahn oder gar herunterfallen. Der Stahl zerbricht dabei evtl.
  • Nach der Rasur muss das Messer getrocknet und nur bei längerem Nichtgebrauch eingeölt werden. hier besteht ein gewisses Verletzungsrisiko.
  • Das Abziehen des Messers an einem Lederriemen kann viel Übung brauchen, wenn der Riemen schmaler als das Messer lang ist. Hierfür braucht es die sog. Kreuztechnik. ich habe in folgendem Thread mal um eine blindengerechte Beschreibung der Technik gebeten:

http://www.gut-rasiert.de/forum/index.php/topic,32955.0/topicseen.html

Diabetes[Bearbeiten]

In wie fern Diabetiker dieses Risiko durch Verletzungen eingehen können und sollten, kann ich leider nicht beurteilen und sollte ggf. mit dem Arzt abgestimmt werden.