Wie drucke ich einen Text gut lesbar in Blindenschrift aus?

Aus besondere tipps
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Wenn man einen Text in word oder einem anderen Programm verfasst hat und diesen in Blindenschrift ausrucken möchte, reicht es nicht aus, einfach einen sog. Brailledrucker anzuschließen und diesen am PC auszuwählen. Es lauern ein par Entscheidungen und Stolperfallen

Grundlagen[Bearbeiten]

Welche Kodierung?[Bearbeiten]

Zunächst müssen Sie entscheiden, ob Sie den Text als Computerbraille, vollschrift, oder Blindenkurzsschrift haben möchten. Dazu kommt bei einigen der Optionen noch die Frage ob 6 oder 8 Punkt-Braille. Was hat es damit auf sich?

  • Computerbraille ist die Blindenschrift, die an einer Braillezeile gelesen wird. Es werden i.d.R. alle 8 Punkte verwendet und es wird versucht einen möglichst großen Zeichensatz abzudecken. Vor allen die zahlen sind anders kodiert, als in der Vollschrift. Wählen Sie diese Option nur, wenn Sie wissen dass
    1. Der Leser Computerbraille beherrscht
    2. z.B. für quellcode eine möglichst genaue Darstellung der zeichen wie auf der Braillezeile notwendig ist.
  • Verwenden Sie die Vollschrift, wenn Computerbraille nicht notwendig ist und der Leser z.B. ein Anfänger in der Blindenschrift ist bzw. die Kurzschrift nicht beherrscht. Ein Text in Kurzschrift wäre für einen solchen Leser schlicht unbrauchbar. Die vollschrift kürzt entgegen des sugerierten Namens allerdings auch ein paar Zeichenfolgen ab, die im Computerbraille den Zahlen zugeordnet sind.
  • Verwenden Sie die Blindenkurzschrift wenn siewissen, dass der Leser diese beherrscht. Es handelt sich um die kompakteste Kodierung und kann auch schneller gelesen werden, als die vollschrift. Sie ist allerdings für Leser ohne entspr. Kenntnisse unlesbar.

Welches format?[Bearbeiten]

Das Format also die Zeilen pro Seite und Zeichen pro Zeile sind völlig anders als im normalen Druck. auf einem A4-Blatt passen 28 Zeilen mit 32 zeichen pro Zeile. Deshalb muss der Text völlig neu Formatiert werden. Das hat eine Reihe von Konsequenzen:

  • Fließtext kann zwar automatisch umgebrochen werden, aber die zeilenenden des Originals können zu einem starken Flatterrand führen.
  • Falls das Original feste zeilenumbrüche z.b. nach 70 Zeichen hat, müssen Sie diese Zeilenumbrüche zunächst entfernen oder den gesamten Text später nachbearbeiten.
  • Worttrennungen im Original sind hinfällig, da die Position der Wörter völlig anders sein wird. Diese Wörter müssen also wieder zusammengesetzt und falls notwendig der Text an anderer Stelle getrennt werden.
  • Seitenzahlen im Original passen nicht mehr zum Ausdruck in Blindenschrift.

Drucker formatiere nichts![Bearbeiten]

Es ist von zentraler Bedeutung, dass der Brailledrucker nicht versucht den Text auf ein Format umzubrechen. Sie haben in diesem Fall keinen Einfluss auf das Ergebnis und können erst nach dem Druck beurteilen, ob es brauchbar ist. Deshalb empfiehlt es sich diese formatierung ganz auszuschalten oder die Zeilenlängen und Zeilenmengen pro Seite so anzugeben, dass die Software s.u. die Oberhand behält und immer formatieren wird, bevor der Drucker auch nur auf die Idee kommt.

Software[Bearbeiten]

Einige der o.g. Schritte können durch eine Software ausgeführt werden. Eine Prüfung des Ergebnisses mit Kenntnis der Blindenschrift ist allerdings in jedem Fal notwendig und oft müssen manuelle Korrekturen vorgenommen werden. Hier werden die bekanntesten softwareprodukte genannt:

  • HBS - Hagener Brailleschrift System. Dies ist die Standardsoftware in Blindenschriftdruckereien. Sie benötigt spezielle Kenntnisse um den Texst für diese software aufzubereiten. Dafür ist sie wohl am leistungsstärksten und geeignet das format so zu beeinflussen, dass am Ende ein gut formatiertes Buch oder eine Zeitschrift wird.
  • RTFC Eine ebenfalls kostenpflichtige software, die sich aber eher an Privatleute und semiprofessionelle Drucke richtet. Das heißt nicht ,dass die Software unzulänglichkeiten hätte, aber sie ist eher auf den einfachen ausdruck ohne Spezialkenntnisse ausgelegt. Die Systemintegration erlaubt das Drucken aus word und anderen Standardanwendungen.
  • Hersteller wie Indexbraille liefern machmal auch ähnliche Produkte mit dem Drucker aus, aber diese sind RTFC wohl unterlegen - dafür meist kostenlos.